Zwei plus drei ist violett (Teil 4)

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Praktische Beispiele

Nora-Corina Jacob, die zum Thema Kreativitäts- und Innovationsförderung promoviert hat, nennt fünf Entdeckerqualitäten als Grundlage für wegweisende Ideen: hinterfragen, beobachten, experimentieren, vernetzen, verknüpfen.

Hinterfragen

Das Hinterfragen ist ein ideales Mittel, um Schüler an ein Thema heranzuführen, da es ihre intrinsische Motivation weckt. Der Entdeckergeist erwacht, die Kinder werden neugierig und haben einfach Spaß. Statt Sachverhalte zu erklären, kann die Lehrkraft offene Fragen stellen. Oder eine Fragestellung ins Gegenteil verkehren: Dann heißt es statt „Wie hält man ein gutes Referat?“ eher: „Wie hält man ein besonders schlechtes?“ Das lässt die Kinder besonders kreativ werden, bereitet ihnen Freude und regt ihre Neugier an.

Eine weitere Methode ist das Question Storming: Es werden 50 Fragen zu einer bestimmten Thematik gesammelt – vorerst ohne sich um die Antworten zu kümmern. Am Beispiel der Schullektüre von Goethes Faust könnte dies so aussehen: Warum hat Goethe wohl dieses Werk geschrieben? Warum hat er Faust nicht lieber einen Engel zur Seite gestellt statt einen Teufel? Welche Auswirkungen auf das Stück hätte es, wenn Faust eine Frau wäre? Wie würde das Drama aussehen, wenn Goethe es heute geschrieben hätte? Warum lesen wir überhaupt dieses alte Buch? Gibt es darin Parallelen zur heutigen Zeit? – Anschließend werden die Fragen gesammelt, sortiert und nach Priorität geordnet. Möglich wäre auch, zu einem Sachverhalt zuerst einmal ganz viele „Was wäre, wenn“-Fragen zu sammeln, um sie anschließend zu diskutierten: Was wäre, wenn die Erde tatsächlich eine Scheibe wäre? Was wäre, wenn die Französische Revolution nicht stattgefunden hätte?

Gelangt die Klasse gemeinsam zu einer Erkenntnis, ist es wichtig, dass diese noch ein, zwei Mal von jemand anderem umformuliert wird, damit jeder sich das Arbeitsergebnis besser einprägen kann. Bei Regeln, die aufgestellt werden, und Gesetzmäßigkeiten gibt es darüber hinaus immer die Möglichkeit zu fragen, in welchen Fällen sie doch nicht passen.

Ideal ist auch, wenn Schüler die Problemstellung zu einem Thema selbst wählen können.

Beobachten

Beobachten kann man überall und auf ganz unterschiedliche Weise: ob im Bus, auf dem Schulhof oder in der heimischen Küche. Dabei können Kinder sich überlegen, welche Verbesserungsmöglichkeiten es für die Tätigkeiten, die man dort ausübt, gebe. Paul Collard berichtet von einem Projekt in Litauen, bei dem die Schüler einen Bahnhof, einen Markt und eine Kirche aufsuchten und sich dabei die Geräusche aufschrieben, die sie dort hörten. Es war nicht immer leicht, ein Geräusch in Worte zu fassen – das aber ist die Herausforderung dabei. Ein Ausflug in die Natur oder auch nur innerhalb der Stadt bietet den Kindern neue Reize, sie können dort Materialien sammeln und mitnehmen und erweitern damit ihren Horizont.

Ein weiterer Weg, seine Sinne zu schärfen, ist beispielsweise bei einem Klassenausflug einen Barfußpark aufzusuchen, wo die Füße die ungewohnte Erfahrung machen, nacheinander mit ganz unterschiedlichen Untergründen in Berührung zu kommen. Ein Schulgarten bietet ebenfalls viele unterschiedliche Sinneseindrücke wie Sehen, Tasten, Riechen, Schmecken und vielleicht auch Hören, wenn Vögel den Garten aufsuchen, und regt die Kreativität an (siehe hierzu den Artikel „Urban Gardening – ein Trend mit Tradition“).

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Auch in einem Museum, bei einem Kochkurs oder in der Fahrschule können Jugendliche Beobachtungen anstellen und versuchen, diese auf eigene Fragestellungen zu übertragen.

Experimentieren

Experimentieren kann man nicht nur im Physik- und Chemieunterricht, experimentieren kann man überall. Im Deutschunterricht könnten die Schüler ein Gedicht verfassen, eine Werbeanzeige oder beispielsweise eine Bedienungsanleitung (die verständlich ist!). Oder eine Lesung besuchen. All diese Tätigkeiten bieten ganz unterschiedliche Erkenntnisse. Dabei ist es wichtig, dass Lehrer beim Schaffungsprozess auch falsche Herangehensweisen zulassen.

In anderen Fächern ist die Überschreitung von Grenzen ebenfalls möglich: etwa beim Besuch eines Staudamms im Erdkundeunterricht oder eines Hünengrabs im Geschichtsunterricht. In Physik könnten die Kinder einen Alltagsgegenstand auseinanderbauen und sein Innenleben inspizieren, im Sportunterricht mit verschiedenen Techniken herumexperimentieren, auf den Basketballkorb zu zielen. Aber auch Forscherwettbewerbe regen die Kinder dazu an, ihre grauen Zellen aktiv zu nutzen.

Vernetzen

Die meisten Schulmodelle sehen es vor, dass die Schüler innerhalb ihrer Schulstufe unter sich bleiben. Dies sollte, wo möglich, aufgehoben werden. Schüler verschiedener Klassenstufen profitieren durch Altersunterschiede voneinander, zum Beispiel wenn sie im Ethikunterricht unterschiedliche Ansichten äußern. Jahrgangsübergreifende Arbeitsgemeinschaften erfüllen einen ähnlichen Zweck. Dabei sollte kein Wettbewerbsdruck herrschen – nur so entsteht eine Atmosphäre, in der kreatives (Voneinander-)Lernen möglich ist.

In Kursen, die nach der regulären Unterrichtszeit stattfinden, oder bei Schulfesten können sich die Schüler weiter vernetzen. Mit Personen von außerhalb können sie wiederum Kontakte knüpfen, wenn sie als Schulklasse Unternehmen aufsuchen oder die Schule Experten aus verschiedenen Fachgebieten einlädt und die Kinder die Gelegenheit haben, mit ihnen zu diskutieren.

Studio Schools

Im Vereinigten Königreich gibt es Schulen, in denen nicht so sehr das theoretische Wissen, sondern vielmehr das praktische im Vordergrund steht: die Studio Schools. Sie folgen einem neuem Konzept, das die Absolventen besser auf die reale Arbeitswelt vorbereiten möchte. Die Schulform ist für 14- bis 19-Jährige gedacht, der Schulbesuch ähnelt einem Arbeitsverhältnis: Er findet ganzjährig statt, von 9 bis 17 Uhr. Neben einer akademischen Ausbildung steht viel Praxis auf dem Programm, und zwar direkt in Unternehmen. Bezahlte Berufspraktika, in denen die Jugendlichen in die Arbeitswelt hineinschnuppern und Kontakte knüpfen können, begleiten die Ausbildung. Viele dieser Praktika führen direkt zu einer späteren Einstellung im selben Unternehmen. Doch die Studio Schools finden nicht nur Anhänger – von Kritikern bemängelt wird die frühe Spezialisierung der Jugendlichen.

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Die Vernetzung in sogenannten demokratischen Schulen geht so weit, dass jeglicher Unterricht stufenübergreifend stattfindet (vergleiche hierzu den Artikel „Eigentlich finde ich Schule ganz gut“). Aber selbst wenn man bei den klassischen Klassenstufen bliebe, können Kinder viel voneinander lernen, stammen sie doch oft aus unterschiedlichen Kulturen, sprechen zu Hause oft eine andere Sprache als Deutsch, gehören vielleicht einer anderen Religion an, haben unterschiedliche Hobbys und verschiedene soziale Hintergründe.

Verknüpfen

In seiner Rede vor Universitätsabsolventen erzählte Steve Jobs davon, wie er während seines Studiums einen Kalligraphiekurs besucht hatte. Zwar hat er seinerzeit das Studium nicht beendet, konnte jedoch Jahre später aus dem Kalligraphiekurs einen Nutzen ziehen – als er die Schriften für den Mac entwarf, die es bis dahin so noch nicht gegeben hatte. Wie jeder weiß, wurde der Mac ein großer Erfolg – Steve Jobs profitierte somit von der ungewöhnlichen Verknüpfung IT–Kalligraphie.

Diese Art, Dinge zu verknüpfen, kann man auch schon in einem ganz frühen Stadium im Unterricht üben: Zwei Schüler denken sich jeweils ein Wort aus (beispielsweise „Staubsauger“ und „Bratkartoffeln“). Die Klasse versucht, die beiden Wörter zu verknüpfen. Auch Spiele, die auf dem Markt erhältlich sind, können hilfreich sein, wenn man das Verknüpfen üben möchte: Es gibt eins, das Spielkarten mit Begriffen enthält, die kaum jemandem bekannt sind. Die Spieler versuchen, sich eine plausible Definition für das Wort auszudenken. Ähnlich funktioniert auch die Fernsehsendung „Genial daneben“.

Defixierung

Mathieu Cassotti, Professor für Entwicklungspsychologie an der Universität Paris Descartes, führte mit zehnjährigen Kindern Workshops zur Förderung ihrer Kreativität durch. Im Fokus standen Methoden zur Defixierung, das heißt zur Verhinderung von Automatismen, die in jedem von uns stecken: Konfrontiert man uns mit einem Problem, denken wir automatisch in eine bestimmte Richtung und sind für viele andere Sichtweisen blockiert. Kinder verfallen diesen Automatismen seltener als Erwachsene, daher kommen von ihnen originellere Lösungsvorschläge, aber auch sie sind vor einer Fixierung nicht gefeit. Passiert es doch, sollten Lehrer das Kind darauf hinweisen, dass seine Ideen um denselben Gedanken kreisen, und es bitten, sich andere Herangehensweisen zu überlegen.

Ein Beispiel: Cassotti stellte den Kindern die Aufgabe, das Märchen von Rotkäppchen anders zu erzählen. Zuerst waren die Kinder ratlos. Er half ihnen auf die Sprünge, indem er vorschlug, dass aus dem Rotkäppchen ein Grünkäppchen werden könnte. Was er beobachtete, war, dass dieses Umlenken des Denkprozesses sofort zu einer neuen Fixierung führte: Die Kinder wollten aus dem Rotkäppchen ein Blau-, Gelb- und Violettkäppchen machen. Daher versuchte Cassotti es mit anderen Denkanstößen: Was wäre ein Rotkäppchen ohne Kappe? Könnten in der Erzählung neue Figuren auftauchen? Wäre es möglich, die Struktur der Erzählung zu ändern? Nach und nach wurden die Kleinen kreativer.

Ähnlich bei einer weiteren Übung, in der die Fragestellung war: Stellt euch vor, wir lassen ein Ei aus 10 Meter Höhe fallen, dabei darf es nicht kaputt gehen – wie stellen wir das am besten an? Zuerst kamen naheliegende Lösungsvorschläge: das Ei mit einem Gleitschirm ausstatten; unten ein Wasserbecken aufstellen, das als Auftrittsfläche dient; das Ei in Watte packen. Je ungewöhnlicher die Denkanstöße von Cassotti wurden, desto kreativer dachten auch die Kinder: Man könnte das Ei vorher einfrieren … Ein Vogel fängt das Ei im Flug auf … Die kleinen Kursteilnehmer hatten es geschafft, aus dem Schema auszubrechen, und waren am Ende des Workshops in der Lage, viel kreativer zu denken als vorher. Der Dozent beobachtete zudem, dass eine Entwicklung auf einem Gebiet der Kreativität (Malen, Schreiben, Musizieren etc.) bei den Kindern auch Auswirkungen auf andere Gebiete hatte.

Mit Problemen konfrontieren

Brice Sicart, der im Bereich der Bildenden Künste an der Académie de Créteil arbeitet, schlägt vor, im Unterricht ein Paradoxon, eine Einschränkung zu schaffen, etwas, das ein Problem darstellt, damit die Kinder lernen, damit umzugehen. Sie werden mit einer Herausforderung konfrontiert und können sich die Lösungen dazu selbst ausdenken – auf diese Weise wird ihre Kreativität angeregt. Konkretes Beispiel: Man sagt den Kindern, sie sollen sich vorstellen, ein Riese sei durchs Klassenzimmer gegangen. Nun soll jedes Kind das auf seine Art darstellen. Die einen werden Stühle im Raum umschmeißen, andere Fußabdrücke auf den Boden malen, wiederum andere zeichnen ein Riesengesicht und kleben es hinter die Scheibe, andere verschieben vielleicht die Bodenfliesen. Jedes Kind hat seine eigenen Ideen und lernt von den Ideen der anderen.

Verschiedene Sinne einsetzen

Nora-Corina Jacob berichtet in ihrem Aufsatz von einer Lehrerin, die Kinder zu Musik malen ließ. Auch in diesem Bereich sind verschiedene Variationen möglich: Die Kinder könnten zu einem Duft, der ihnen gut gefällt, eine Figur aus Knetmasse erstellen, zu einer Farbe ein kleines Musikstück komponieren oder den Geschmack des Lieblingsgerichts beschreiben.

Spaß im Matheunterricht

Die Mathematikerin Agata Ludwa, die unter anderem Grundschülern ihr Fach nahebringen möchte, ist nicht nur der Meinung, dass Mathe Spaß machen kann, sondern auch soll. Selbst wenn es eine präzises Wissenschaft ist, kann die Herangehensweise kreativ sein. Denn es ist keinesfalls immer so, dass es nur eine Lösung geben muss. Ludwa nennt ein Beispiel: Die Kinder finden in ihrem Lehrbuch eine Zahlenreihe, die sich aus den folgenden Zahlen zusammensetzt: 4, 18, 27, 1, 21, 24, 0, 25, 6, 30. Darüber die Fragestellung: „Das ist das Ergebnis, wenn man eine bestimmte Zahl mit 7 mal nimmt.“ Das Ergebnis bei dieser Aufgabe: 21, denn die 21 ist ein Vielfaches von 7. Die Antwort kann aber auch 0 sein, denn 7 mal 0 ergibt 0. Damit gibt es hier gleich zwei Lösungen.

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Auch Rechenaufgaben, zu denen es einen Kontext gibt, machen Kindern Spaß. Zum Beispiel: Paul und Felix sind zusammen 22 Jahre alt. Wie alt waren sie zusammen vor 2 Jahren? Wann werden sie zusammen 30 Jahre alt sein?

Insgesamt ist es gar nicht so schwierig, den Mathematikunterricht spannend und abwechslungsreich zu gestalten. Ludwa nennt in ihrem Video noch viele weitere Möglichkeiten: Matheaufgaben in Reimform, als Rätsel oder etwa als Detektivgeschichte.

Pflichtfach KREA

Tanja Gabriele Baudson schlägt vor, an Schulen das verpflichtende Fach „KREA“ einzuführen, in dem es hauptsächlich um die Umsetzung kreativer Ideen geht: Die Kinder können je nach ihren Interessen entscheiden, in welchem Bereich sie ihre Kreativität ausüben wollen – wobei sich die Tätigkeit nicht nur auf einen Bereich beschränken muss, sondern die Kinder auch fächerübergreifend kreativ sein können. Die Unterrichtsstunde sollte eine Mischung aus freier Arbeit und Projektarbeit darstellen; dabei grenzt die Lehrkraft die Projekte sinnvoll ein und achtet auch darauf, dass sie einen Bezug zur Realität der Schüler haben. Wenn die Kinder mit ihren Arbeitsergebnissen auch im „echten“ Leben etwas anfangen können, sind sie viel motivierter, als wenn sie etwas bloß anfertigen, um dafür eine gute Note zubekommen. Ein Kind, das in der freien Arbeitszeit ein Produkt aus eigenem Antrieb geschaffen hat, wird den Gegenstand voller Stolz nach Hause tragen – und bald gern ein neues Projekt beginnen.

Bewerten – ja oder nein?

Zugegebenermaßen keine einfache Frage. Versuchen wir dennoch, sie zu beantworten: Da Kunstschaffende immer etwas kreieren, was außerhalb eines gegebenen Systems steht, können ihre Werke gar nicht bewertet werden. So zumindest sieht es Jordan Peterson. Dem widerspricht die Auffassung von Brice Sicart: Es gebe kein Lernen ohne Bewertung. Ansonsten könnte man seine Fähigkeiten nie ausbauen. Das Bewerten gehört im späteren Arbeitsleben immer dazu: Auch dort werden Projekte stets beurteilt – ob vom Vorgesetzten oder vom Kunden. Das Bewertet-Werden sollte daher nicht als Sanktion verstanden werden, sondern als Schritt auf dem Weg, die eigenen Fähigkeiten zu perfektionieren.

Bewerten ist Gift für Beziehungen

Im Privatleben ist das Bewerten nicht nur höchst umstritten, sondern wird von den meisten Psychologen verworfen, beispielsweise beim Konzept der Gewaltfreien Kommunikation von Marshall B. Rosenberg. Wie oft haben wir es schon erlebt, dass wir jemandem von unserem Vorhaben erzählten, dieser automatisch seinen Senf dazugegeben hat und wir hinterher demotiviert waren? Eben. Deshalb sollte man sich, wenn man nicht direkt gefragt wird, mit Bewertungen und Ratschlägen zurückhalten. Die Verantwortung für das Leben jedes Einzelnen liegt bei ihm selbst. Jeder, der lernt, auf seine Intuition zu hören, wird die besten Entscheidungen für sich selbst treffen.

Wie aber kann ein Kunstwerk bewertet werden? Sollte man die Bewertung der Person, die es geschaffen hat, überlassen, wie Tanja Gabriele Baudson es vorschlägt? Denn schließlich entscheidet der Künstler selbst, wann der Text nicht mehr weiter umgeschrieben muss, das Bild keines weiteren Pinselstrichs bedarf. Sollte man ein Gremium befragen, das auf dem Gebiet Ahnung hat, damit es einen Konsens erzielt? Ist es überhaupt möglich, dass alle zu einem gemeinsamen Urteil kommen? Zumindest sollte man im schulischen Kontext die Deutungshoheit über ein Werk nicht allein dem Lehrer überlassen.

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In seinem Aufsatz zur Beurteilung der Ideenqualität nennt Boris Forthmann einige Dimensionen zur Bewertung von kreativen schulischen Leistungen: Das erste Kriterium ist die Ideenflüssigkeit, also die bloße Anzahl von Ideen. Das zweite die Originalität: Wie selten kommt ein bestimmter Lösungsvorschlag vor, wenn viele Personen eine Fragestellung bearbeiten? Wie weit entfernt ist er von anderen Vorschlägen? Das dritte Kriterium ist die Flexibilität: Konzentrieren sich die Lösungen einer Person auf ein, zwei bestimmte Bereiche oder kommen Lösungen vor, die unterschiedlichen Kategorien angehören? Hinzu kommt die Elaboriertheit: Wie detailreich kann sich jemand die Lösung ausmalen? Als Kriterium kann auch die Cleverness gelten: Wie passend, durchdacht, einfallsreich und witzig ist die Idee? Schließlich gibt es noch das Kriterium der Überraschtheit, wobei eine Idee nicht nur für die Umwelt, sondern für einen selbst überraschend sein kann, einfach weil man vorher nicht darauf gekommen ist – obwohl sie in anderen Teilen der Welt oder manchmal sogar im näheren Umfeld längst bekannt ist.

Was ist eigentlich ein Kunstwerk?

Hierauf hat Claus Martin eine einfache Antwort: „Ein Kunstwerk ist nicht mehr und nicht weniger als eine gute Idee und deren handwerklich gelungene Umsetzung.“ Entscheidend ist, eine gute Idee als solche zu erkennen und ihr künstlerisches Potenzial wahrzunehmen, also die Möglichkeit, daraus tatsächlich ein konkretes Werk entstehen zu lassen. Die Idee ist deshalb entscheidend, denn ohne sie kann es kein echtes Kunstwerk geben: Die Porträtzeichner in den Fußgängerzonen großer Städte sind zweifelsohne handwerklich begabt, trotzdem kann man ihre Werke nicht mit jenen von Salvador Dalí oder Claude Monet vergleichen. In früheren Zeiten war es sogar so, dass Meister die Anfertigung weiter Teile ihrer Bilder Gehilfen überließen, selbst nur den Endschliff übernahmen – und die Idee zur Komposition am Anfang hatten. Auf der anderen Seite nützen die besten Ideen nichts, wenn man nicht in der Lage ist, sie handwerklich umzusetzen.

Die Idee und ihre Ausführung machen also das Kunstwerk aus? Noch nicht ganz. Denn ein Werk an sich, dem niemand Beachtung schenkt, so Martin weiter, ist ein sinnloser Gegenstand. Erst wenn das Gemälde von jemandem betrachtet, der Roman gelesen und das Musikstück gehört wird, wird es zu Kunst. Dann nämlich entstehen Bilder im Kopf des Rezipienten. Der Betrachter/Leser/Hörer hat dem Werk einen Sinn verliehen, er vollendet das Kunstwerk gewissermaßen. Im besten Fall verspürt er durch die Bilder und Gedanken in seinem Kopf einen Genuss.

Gibt es gute und schlechte Kunst?

Ganz klar ja, so Claus Martin. Der Komponist weist darauf hin, dass die Vorstellung, Kunst nicht bewerten zu dürfen, noch aus der Zeit des Dritten Reichs stammt. Gerade in Deutschland gibt es eine seiner Meinung nach falsch verstandene Achtung vor Kreativität (ähnlich wie die vorher erwähnte Auffassung, man könne kreatives Schreiben nicht lehren). Diese Berührungsängste gibt es nur in den Künsten. Kein Mathematiklehrer würde auf die Idee kommen, zu seinem Schüler zu sagen: „Das hast du aber fein errechnet“, wenn sowohl das Ergebnis als auch der Weg dorthin falsch waren.

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Ja, es gibt Kunst, die gelungen ist, und welche, bei der das eher nicht der Fall ist. Es ist nicht nur eine Frage des persönlichen Geschmacks. Doch eine begründete kritische Meinung zu entwickeln, ist harte Arbeit.

Die Kunst der Bewertung

Das Abgeben eine qualifizierten Urteils ist nichts, das jemand aus sich selbst heraus beherrscht, es muss wie viele andere Dinge erlernt werden – Schreiben oder eine neue Sprache zum Beispiel – und ist ein längerer Prozess. Das Bewerten sollte dabei nicht nur Mittel sein, die Werke anderer einzuschätzen, sondern auch seine eigenen. Die beste Grundlage dafür ist, bekannte Meisterwerke zu studieren.

Bei der Beurteilung eines Kunstwerks (wir sprechen hier wieder nicht nur von dem Bereich der Bildenden Künste) sollte man, so Claus Martin, drei Zeitebenen berücksichtigen: Zum einen die Zeit, in der das Werk entstanden ist – damals herrschten vielleicht andere Konventionen, man sprach über andere Dinge, weil anderes wichtig war. Diese Diskrepanz zwischen Entstehungszeit und Jetztzeit ist nicht zu unterschätzen: Immer wieder wurden Werke zu der Zeit ihrer Entstehung nicht verstanden und abgelehnt.

Bei der Beurteilung eines Gemäldes aus früheren Zeiten kommt hinzu, dass Malern damals andere handwerkliche Mittel zur Verfügung standen als heutzutage.

Die zweite Zeitebene ist die der dargestellten Zeit; diese kann von der Zeit, in der ein Werk entstanden ist, abweichen. Man denke hier an historische Romane – oder im Gegensatz dazu an Science-Fiction-Erzählungen.

Die dritte Ebene ist die des Lesers, Betrachters oder Hörers. Jeder Rezipient ist geprägt durch die Zeit, in der er lebt, aber auch durch die Erfahrungen, die er in seinem Leben gemacht hat. Deshalb kann man im Vorfeld gar nicht einschätzen, wie ein Bild auf ihn wirken wird; es könnte Dinge in ihm auslösen, die vom Künstler so nicht beabsichtigt waren. Aus diesem Grund ist der Kunstgenuss – und damit auch die Kunstbewertung – zum Teil auch etwas sehr Subjektives.

Ein Kunsturteil setzt sich aus objektiven und subjektiven Kriterien zusammen. Ganz objektiv lässt sich seine handwerkliche Qualität einschätzen. Hier setzt meist die Schule an: Bilder werden dem Impressionismus oder Expressionismus zugeordnet, literarische Werke dem Sturm und Drang oder etwa der Romantik. Stilistische Figuren werden untersucht, kunstgeschichtliche Fakten (auswendig) gelernt. Die Schüler dekodieren Werke – was nicht viel anders ist, als ein Kochrezept zu lesen. Sie bleiben als bloße Beobachter an der Oberfläche, werden nicht zu echten Rezipienten. Diese Form des Unterrichts greift zu kurz, denn sie vermittelt den Schülern das Gefühl, die Qualität von Werken ließe sich anhand objektiver Kriterien erfassen.

Natürlich sollte die Schule das Handwerkszeug vermitteln, Werke zu beurteilen – damit Urteile eine andere Form annehmen als: „Ich finde Molières ‚Eingebildeten Kranken‘ doof, weil da so viele Dialoge vorkommen.“ Qualifiziertes Feedback hat Einfluss auf die persönlichen künstlerischen Fähigkeiten eines jeden Schülers und hilft ihm dabei, an sich zu arbeiten. Auf der anderen Seite sollte Schule auch vermitteln, dass die Beurteilung eines Kunstwerks in hohem Maße subjektiv ist. Dass zwei unterschiedliche Kritiker zu ganz verschiedenen Beurteilungen eines Werks kommen können – und trotzdem beide ihre Daseinsberechtigung haben. Dass Kritiken keine Fakten sind, keine absoluten Wahrheiten, sondern oftmals subjektiv gefärbte Ansichten, die ihrer Zeit entspringen. Die objektive Wissensvermittlung, wie wir sie von der Schule her kennen, muss unbedingt durch subjektive Aspekte ergänzt werden.

Darüber hinaus sollten die Lehrkräfte ihre Schüler dazu ermuntern, sich einerseits ihr eigenes Urteil zu bilden, andererseits das Selbstbewusstsein zu haben, für sich zu entscheiden, ob ihnen ein Werk gefällt oder nicht – und dabei genau zu wissen, was an diesem Urteil persönlicher Geschmack ist und was objektive Qualitätskriterien.

Schule der Zukunft

Wie kann eine Schule der Zukunft aussehen? Tanja Gabriele Baudson und Julia Sophie Haager haben ganz konkrete Vorschläge: In einer solchen Schule ist die Kreativität nicht nur eine Kompetenz von vielen; sie wird als wesentlicher Bestandteil der persönlichen Entwicklung – und damit des Lehrplans – angesehen. Der Erwerb von kreativen Fähigkeiten wird zum Bildungsstandard erhoben. Die in dem Bereich geschulten Lehrer leben ihre Kreativität selbst aus und agieren im Unterricht als Mentoren und Impulsgeber.

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Jeder Schüler wird individuell gefördert – was zur Konsequenz hat, dass nicht alle Schüler am Ende denselben Wissensstand und dasselbe Bildungsprofil haben. Die Einzigartigkeit jedes Einzelnen wird akzeptiert. So muss nicht jedes Kind auf Biegen und Brechen kreativ sein – manche sind es vielleicht weniger und möchten auch so bleiben. Auch das ist okay und wird akzeptiert. So geraten die Schüler nicht in Kreativstress; die Förderung von Kreativität artet nicht zu einem Kreativzwang aus. Wichtig ist zu erkennen, dass sogar Schüler mit weniger ausgeprägtem kreativen Potenzial zur Gemeinschaft beitragen können.

Da jeder individuell gefördert wird, gibt es in der Schule der Zukunft keine Einteilung nach Altersklassen. Die Kinder aller Altersstufen lernen voneinander und bilden damit ein kreatives Feld. Jeder entwickelt sich in seinem eigenen Tempo und durchläuft die Schule in der Zeit, die er braucht – auch wenn dies bedeuten kann, dass manche Schüler etliche Jahre früher fertig werden als andere oder am Ende eine höhere Stufe der Kompetenz erreichen. Einen Abschluss gibt es an dieser Schule nicht.

Individuelle Förderung bedeutet auch, dass die Kinder ihre Woche in „Lernhäusern“ – so nennen Baudson und Haager die neuen Schulen – verbringen, dort zum großen Teil autonom lernen können und dabei flexibel in der Zeit sind. Schüler und Lehrer sind zu bestimmten Kernzeiten im Lernhaus, haben ansonsten aber einen gewissen Spielraum. Da kein bestimmter Lernstoff in einer vorher festgelegten Zeit abgearbeitet werden muss, gibt es keine für alle geltenden Ferienzeiten – Schüler und Lehrer beantragen ihren Urlaub innerhalb eines bestimmten Rahmens. Ferien werden durch Projektwochen ersetzt, in denen Schüler an realen Projekten arbeiten, Praktika in Unternehmen absolvieren und Kontakte knüpfen.

Die Schule der Zukunft ist wie ein Campus organisiert, auf dem sich jeder frei bewegen kann: Die Schüler selbst entscheiden, in welchem Raum sie lernen möchten, ob sie rausgehen oder doch lieber drin bleiben. Sie finden auf dem Gelände ein attraktives Lernumfeld mit vielseitigen Lernhilfen, das sie täglich inspiriert. Einheitliche, triste Schulräume sind passé. Vielmehr gestalten die Kinder die Räume selbst.

In den Lernhäusern herrschen flache Hierarchien, die Kinder haben Freude am Lernen. Die Häuser gleichen damit eher schöpferischen Talentschmieden denn den heutigen Schulen.

Die Schüler lernen, indem sie mal Vorträgen und Ideen von anderen lauschen, mal forschen, recherchieren oder etwas erschaffen. Der Unterricht bietet genau das richtige Maß an Herausforderung, ohne zu überfordern. Die reine Wissensvermittlung oder gar das Auswendiglernen gehören nicht mehr dazu, doch Wissen braucht es nach wie vor, damit dieses neu verknüpft werden kann. Die Kinder lernen Zusammenhänge, erschließen sich Dinge innerhalb eines Kontexts, erlernen Fähigkeiten und Verhaltensmuster (die sie bei ihren Lehrern beobachten).

Individuelles Lernen heißt auch, dass von jedem Schüler ein Lernprofil erstellt wird, in einem digitalen Lerntagebuch abgespeichert und immer wieder aktualisiert. Das Lerntagebuch begleitet die Kinder täglich bei ihren Aufgaben, die sie mal auf Papier, mal digital lösen. Damit ist sichergestellt, dass sie sich nicht permanent überwacht fühlen. Alle drei Monate schauen sich Lehrer und Schüler zusammen den Kenntnisstand des jeweiligen Schülers an und besprechen weitere Unterrichtsziele.

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Fragen, die beim Lernen aufkommen, werden in eigens dafür geschaffenen Foren gestellt. So profitieren alle davon. Bei sehr speziellen Fragen können sich die Kinder direkt an einen der Lehrer wenden. Wobei diese nicht die Aufgabe haben, alle Antworten zu kennen. Vielmehr sollen sie Hilfe zur Selbsthilfe anbieten.

Idealerweise findet man rund um den Globus Lernhäuser, die miteinander vernetzt sind. So ziehen nicht nur alle einen Nutzen aus den erstellten Lernmaterialien; die Schüler perfektionieren nebenbei noch ihre Fremdsprachenkenntnisse, wenn die Materialien in einer anderen Sprache vorliegen, und profitieren von der Weltsicht anderer Schulkinder, die an ähnlichen Problemen arbeiten. Sie haben die Möglichkeit, Projekten gemeinsam zu bearbeiten.

Damit Schüler anders denken, müssen sie lernen, anders zu handeln. Gerade diese Gelegenheit bieten ihnen die Lernhäuser, die hoffentlich nicht nur eine Vision bleiben werden.

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Lauter Widersprüche

Wie du sicherlich gemerkt hast, tauchen im Laufe des Textes immer wieder Widersprüche auf: Ein Sachverhalt wird erklärt und einige Absätze später vielleicht komplett ins Gegenteil verkehrt. Dahinter steckt eine Absicht: Einerseits wollten wir möglichst viele Facetten von Kreativität abbilden, zum anderen gehören Widersprüche zur Kreativität einfach dazu. Sie machen nicht nur unsere Wissenschaft und Kunst, sondern unser gesamtes Leben aus. – Gleich um die nächste Ecke lauert eine neue Sichtweise, da sind wir uns sicher!

Warum dieser intensive Artikel zum Thema Kreativität?

Kreativität gehört, wie wir gesehen haben, nicht nur entscheidend zu unserer Welt; das Kindsein ist geradezu durch sie bestimmt. Sie trägt in starkem Maße zu einer guten Entwicklung bei, ist immens wichtig beim Lernen und bestimmend für das spätere Leben deiner Kinder.

Kinder liegen uns am Herzen: unsere eigenen, deine, die von nebenan. Sie alle sollen ihre Kreativität frei entfalten können; das ist unser großer Wunsch. Deshalb möchten wir dir mit dem Artikel das Handwerkszeug an die Hand geben, das Leben deiner Kinder – und auch dein eigenes – kreativer zu gestalten.

Aber das ist noch nicht alles: Seit über vierzig Jahren leben wir diese Kreativität, indem wir ein modulares Spielzeug ersonnen haben, das es vorher so nicht gegeben hat. Wir entwickeln es immer weiter, lassen uns von euren Erfahrungen inspirieren, stoßen in neue Bereiche vor (siehe hierzu auch unsere Sparte QUADRO Nature).

Wobei der wichtigste Punkt noch fehlt: QUADRO ist ein durch und durch kreatives Spielzeug. Du glaubst es nicht? Schau in unsere Modelldatenbank. Dort findest du über 400 verschiedene Modelle, vom Klettergerüst über die Ultra Kletterpyramide Extreme, das Piratenschiff bis zur Poolbar. Wir sind wirklich kreativ. Und jetzt seid ihr dran, du und deine Kinder: Denkt euch etwas eigenes aus, etwas, was genau zu euch, zu eurer Wohnung, eurem Garten passt. Was sonst kein anderer hat. Spinnt ein bisschen herum und erfindet etwas, woran noch nicht einmal wir gedacht haben.

Und wenn ihr so richtig kreativ seid, lassen auch wir uns gern von euch inspirieren: Schickt uns eure Ideen oder bereits realisierte Projekte (marketing@quadroworld.com). Wenn sie den Funken überspringen lassen, berichten wir gern darüber und unterstützen euch mit kostenlosen oder reduzierten Materialien bei eurem Vorhaben.

Lasst uns zusammen eine kreative Welt erschaffen!

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Quellen

  1. Julia Sophie Haager, Tanja Gabriele Baudson (Hrsg.) Kreativität in der Schule finden, fördern, leben. Psychologie in Bildung und Erziehung: Vom Wissen zum Handeln. Springer Fachmedien, 2019
  2. Austin Kleon. Steal Like an Artist: 10 Things Nobody Told You About Being Creative. Workman Publishing, 2012.
  3. What is a Studio School?
  4. Lehrplan Kunst. Hessisches Kultusministerium 2010
  5. Zitate berühmter Personen. Albert Einstein
  6. Tim Harford. A powerful way to unleash your natural creativity. TED, 07.02.2019
  7. Ethan Hawke. Give yourself permission to be creative. TED, 11.08.2020
  8. Adam Grant. The surprising habits of original thinkers. TED, 26.04.2016
  9. Plötzlich macht es klick! Wie kommen wir auf gute Ideen? | Bas Kast | SWR Tele-Akademie, 24.08.2016
  10. Joseph Gordon-Levitt. How craving attention makes you less creative. TED, 12.09.2019
  11. Lectures: Exploring the Psychology of Creativity. National Gallery of Canada, 27.04.20017
  12. The 6 Habits of Exceptionally Creative People, 26.07.2020
  13. V. O. Complète. Une vie consacrée à la créativité et à l’enfance. Arno et André Stern, 03.12.2019
  14. Prof. Dr. Manfred Spitzer Keynote: „Ist Kreativität lernbar?“, 15.10.2012
  15. Paul Collard. What does Creative Education look like in Lithuania? 3.08.2012
  16. Paul Collard: What is a creative education and why is it important?. Scottish Learning Festival 2012
  17. Jak rozwijać kreatywność dzieci w przedszkolu? 23.11.2021
  18. 3 clés pour aider nos enfants à développer leur créativité. 09.11.2015
  19. Kreatywna matematyka. Jak podążać za pomysłowością dzieci?, 19.05.2020
  20. Jak być kreatywnym – Wojciech Eichelberger (Strefa Psyche SWPS), 11.12.2014
  21. Are children really more creative than adults? | Elisabeth McClure | TEDxAarhus, 08.01.2019
  22. Creativity: The science behind the madness, 03.07.2020
  23. Ugo Cavenaghi. La créativité, ça s’enseigne ! TEDxUmontreal, 04.12.2018
  24. Kids Team UW. University of Washington, 4.10.2017
  25. Cyril de Sousa Cardoso. Et si la créativité était juste une habitude ? TEDxVaugirardRoad 2013
  26. The Psychology of Creativity, 04.11.2020
  27. Giovanni Corazza. Creative thinking - how to get out of the box and generate ideas. TEDxRoma. 11.03.2014
  28. #3 La créativité. Papier Crayon, 05.09.2018
  29. One of the Greatest Speeches Ever | Steve Jobs. Motivation Ark
  30. Ken Robinson sagt: Schule erstickt die Kreativität

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